Nonverbales Verhalten in einem Vorstellungsgespräch Auswirkungen nonverbaler Handlungen während Arbeitsinterviews

F: Welche nonverbalen Handlungen eines Bewerbers sind für die Vorhersage des Erfolgs am wichtigsten?

ZU:

In einer Ausgabe 2014 der Zeitschrift für nonverbales VerhaltenEine Gruppe von Forschern verwendete eine neue elektronische Methode zur Aufzeichnung nonverbaler Hinweise in Vorstellungsgesprächen. Anschließend untersuchten sie, welche nonverbalen Hinweise die Leistung einer Person im Interview am stärksten beeinflussten.



Die Forscher richteten einen „Smart Room“ mit hochauflösenden Kameras und einem professionellen Mikrofonsystem ein, um das Verhalten von Bewerbern zu bewerten.

Der Smart Room wurde für tatsächliche Vorstellungsgespräche genutzt. Das Vorstellungsgespräch war ein 11-minütiges strukturiertes Interview, in dem die Kandidaten ihre Stärken, Kompetenzen, Erfahrungen und persönlichen Geschichten diskutierten. Die Interviews wurden aufgezeichnet und ausgewertet.

Anschließend haben die Forscher eine kleine Gruppe von 5 erfahrenen Personalvermittlern zusammengestellt, um die Aufzeichnungen der Bewerber zu bewerten, die sich für eine Stelle bewerben.

Die Personalvermittler analysierten die Aufzeichnungen und bewerteten die Bewerber auf einer Skala von 0 bis 100 nach Mietbarkeit.

Das nonverbale Verhalten wurde sowohl von einem Team geschulter Bewerter als auch von einem neuen automatisierten digitalen Prozess aufgezeichnet.

Die Forscher untersuchten sechs Arten von Verhaltensweisen:

  • Audio-Back-Channeling des Bewerbers - Wie oft sagte ein Bewerber „mmm hmm“ oder „ja“, während der Personalvermittler sprach. Dies wird als Zeichen der Zustimmung, des Interesses oder der Zustimmung zum Personalvermittler angesehen.
  • Durchschnittliche Turn-Dauer des Bewerbers - Wie lange ein Bewerber bei der Beantwortung einer Frage über sich selbst sprechen konnte.
  • Tempo-Variation des Bewerbers - Wie sich die Sprechgeschwindigkeit einer Person (schnell / mittel / langsam) im Verlauf eines Interviews tendenziell verschob.
  • Visuelles Back-Channeling des Bewerbers - Wie oft nickte ein Bewerber mit dem Kopf, während der Personalvermittler sprach.
  • Bewerber lächeln - Der Grad, in dem ein Bewerber während des Interviews lächelte.
  • Bewerber-Blick - Der Grad, in dem ein Bewerber Augenkontakt mit dem Personalvermittler aufgenommen oder ihn angesehen hat.

ERGEBNISSE:

Die Ergebnisse zeigten, dass nonverbales Verhalten mit der wahrgenommenen Mietbarkeit zusammenhängt. Die wichtigsten Verhaltensweisen waren:

  • Blick. Dies bedeutet, dass es sehr wichtig ist, Augenkontakt mit dem Personalvermittler herzustellen und ihn anzusehen.
  • Längere durchschnittliche Sprechzeit. Dies bedeutet, dass kurze, nicht formulierte oder unvollständige Antworten einen Kandidaten weniger anstellbar erscheinen ließen.
  • Variierendes Tempo mehr. Dies bedeutet, dass ein Bewerber, der in der Art und Weise, wie er spricht, steif oder starr erscheint (daher bleibt sein Sprechtempo durchgehend gleich), weniger anstellbar erscheint. Frühere Untersuchungen haben auch gezeigt, dass eine Person, die weiß, wie sie ihr Sprachtempo je nach dem, worüber sie spricht, variieren kann, die Aufmerksamkeit des Publikums stärker auf sich zieht.

Mit anderen Worten, nonverbale Verhaltensweisen mach einen Unterschied in entscheidenden sozialen Umgebungen wie Vorstellungsgesprächen.

Referenz

Frauendorfer, D., Mast, M. S., Nguyen, L., Gatica-Perez, D. (2014). Nonverbale soziale Wahrnehmung in Aktion: Unauffällige Aufzeichnung und Extraktion von nonverbalem Verhalten in sozialen Interaktionen anhand eines Forschungsbeispiels. Zeitschrift für nonverbales Verhalten, 38231-245. http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10919-014-0173-5